Krafttier Adler

Krafttier Adler

Krafttier Adler

Der König der Lüfte

Kaum ein Tier hat die Vorstellungswelt so vieler Kulturen so tief und beständig geprägt wie der Adler. Über Jahrtausende von Jahren haben die Menschen auf der ganzen Welt in diesen Greifvogel das majestätische und göttliche hineininterpretiert. 

Doch lest selbst, liebe Krafttierfreundinnen und Krafttierfreunde, was bisher über die Bedeutung und Deutung des Adlers herausgefunden wurde.

Götterträger und Himmelsbote in der Antike

Krafttier Adler mit einem Donnerkeil

In der griechischen Antike soll der Adler als König aller wilden Vögel gegolten haben. So wurde er zum Boten des Göttervaters Zeus (oberste Himmelsgott in der griechischen Mythologie). Die sogenannten „krummklauige” Adler trugen Donnerkeile in ihren Klauen und galten als  Waffenträger des Himmelsgottes. Als Zeus zum Himmelsvater aufstieg, wies sein Attribut Adler spirituelle Schöpferkraft aus. In dieser Tradition symbolisierte er Botschaft, Offenbarung, Berufung und die Vollstreckung göttlichen Willens. Weil der Stein- oder Goldadler nach weitverbreiteter antiker Vorstellung alle anderen Vögel an Stärke dominierte, wurde er zum frühen Symbol für Königtum und Herrschaftsanspruch.

Römische Legionen sollen mit Adlerstandarten voran losgezogen sein. Damit vermittelten sie Siegeszuversicht und genossen fast göttliche Verehrung. Bei der Bestattung der Kaiser ließ man einen lebenden Adler aufsteigen, um ihre Aufnahme unter die Unsterblichen sichtbar zu machen. Der Adler wurde so zum Symbol für kaiserliche Macht, Ruhm und die Apotheose(feierliche Erhebung eines Menschen zum Gott oder Halbgott).

Die germanische Edda

Krafttier Adler der Germanen

In der germanischen Edda trug der riesige Adler den Namen Hræsvelgr = „Leichenverschlinger“. Er soll am nördlichen Rand des Himmels gehaust haben und mit seinem Flügelschlag alle Winde erzeugt haben. Man geht davon aus, dass vom obersten Zweig des Weltenbaumes ein „viel wissender” Adler als Schutzherr der höchsten kosmischen Ordnung die Machenschaften der Schlange an der Baumwurzel beobachtete. Ein Sinnbild der polaren Weltordnung zwischen Licht und Finsternis, Höherem und Niederem.

Die walisisch-keltische Tradition

In der walisisch-keltischen Tradition soll der Adler als eines der ältesten Tiere überhaupt gegolten haben, der ausgestattet mit sämtlichem Wissen über Vergangenheit und Zukunft war. Er wurde als Bindeglied im zyklischen und strukturellen Denken betrachtet

Hinduismus und Zoroastrismus

Im Hinduismus ritt die Gottheit Vishnu auf dem adlerartigen Sturmvogel Garuda. Als Wappen Indonesiens signalisiert Garuda bis heute schöpferische Kraft. Im iranischen Zoroastrismus gehörte der Adler der reineren Schöpfung an und lag im ewigen Kampf mit Ahriman (der höchste Geist des Bösen und der Dunkelheit in der persischen Religion des Zoroastrismus) und dessen dunkler Schöpfung

Erneuerung und Unsterblichkeit im Mittelalter und Christentum

Im Mittelalter glaubte man wohl daran, dass der Adler sich ähnlich wie der sagenumwobene Phönix selbst verjüngen konnte. Der Physiologus (frühchristliches Tierbuch aus dem 2. Jahrhundert n. Chr.) berichtete wie folgt: 

Im Alter fliege er empor in den Strahlenkranz der Sonne, verbrenne seine alten Fittiche und tauche dreimal in eine reine Quelle, um sich zu erneuern. Das wurde im christlichen Kontext als Metapher für Taufe und Auferstehung aufgegriffen.

Der Kirchenvater Ambrosius verstand das Urbild des Adlers, der eine Schlange krallt, als Bild Christi, der seine Kirche gegen den Teufel verteidigt

Der Adler in Heraldik und Literatur des Mittelalters

Krafttier Adler als Wappen

Der Adler gehört zu den ältesten Schildzeichen der mittelalterlichen Wappen. Kaiser Friedrich I. Barbarossa hatte den Adler als kaiserliches Wappen verwendet. Im Laufe der Geschichte vielfach verändert, hat der Adler als Wappenfigur Deutschlands die Zeiten überdauert und begegnet uns noch heute im Bundesadler.

In Dantes Divina Commedia (Dantes mittelalterliches Hauptwerk) nutzte der Dichter das Deutungsspektrum des Adlers in seiner ganzen Vielfalt. Als Symbol des römischen Imperiums, der göttlichen Gnade und der himmlischen Gerechtigkeit. In seinem Paradies ist der Jupiterhimmel der Ort der gerechten Herrscher. Dort formieren sich ihre Seelen zu einem leuchtenden Adler. Ein Bild das imperiale und christliche Symbolik miteinander verschmilzt.

Der Adler mit seinen vielen Deutungen

All diese Überlieferungen verbinden bis in die heutige Zeit das kollektive Staunen der Menschen vor dem König der Lüfte. Ob als Götterträger, kosmischer Wächter, Symbol der Erneuerung oder Zeichen kaiserlicher Macht. Sicherlich gibt es weitaus mehr Interpretationen die die Menschheit im Adler sehen.

Fazit:

In der Vergangenheit waren es „auserwählte“ Menschen, die mit den Krafttieren in Kontakt treten konnten. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Heute müssen wir nicht mehr auf die allgemeinen Deutungen hören, wir können uns unsere persönliche Botschaft von der universellen Krafttierenergie übermitteln lassen.

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